Selbstbild: 9 Übungen & Tipps für ein positives Selbst

von | Jul.2022 | Selbstwertgefühl

Selbstbild

Von gefilterten Beiträgen in den sozialen Medien bis hin zu der nicht so netten Stimme in Ihrem Kopf kann es schwierig sein, ein positives Selbstbild zu bewahren.

Unser Selbstbild ist dynamisch und verändert sich. Der Aufbau und die Entwicklung eines positiven Selbstbildes sind Prozesse, die ein Leben lang andauern können.

Erfahren Sie im nachfolgendem Artikel, was man genau unter Selbstbild versteht, wodurch ein gestörtes Selbstbild verursacht wird und wie man ein gesundes Selbstbild schaffen kann.

Was ist ein Selbstbild? – Definition

Das Selbstbild ist die persönliche Vorstellung oder das mentale Bild, das wir von uns selbst haben. Es ist ein „inneres Wörterbuch“, das die Eigenschaften des Selbst beschreibt, darunter Dinge wie intelligent, schön, hässlich, talentiert, egoistisch und freundlich man ist. Diese Eigenschaften bilden eine kollektive Darstellung unserer Stärken und Schwächen, wie wir sie sehen.

Selbstbild Comic
Selbstbild: „Innere Schönheit erkennen“ – Comic

Das Selbstbild ist ein grundlegender Aspekt der Persönlichkeit eines Menschen, der über den Erfolg von Beziehungen und das allgemeine Wohlbefinden entscheiden kann. Dabei gibt es drei wesentliche Elemente des Selbstbildes:

  • Die Art und Weise, wie eine Person sich selbst wahrnimmt oder über sich denkt;
  • Was eine Person denkt, was andere über sie denken;
  • und die Art und Weise, wie eine Person gerne sein würde, oder ihr ideales Selbst.

Es gibt keinen allgemein anerkannten Rahmen für das Selbstbild, aber es liegen einige vorgeschlagene Arten und Dimensionen des Konzepts vor.

  1. Die physische Dimension: wie jemand sein Aussehen bewertet.
  2. Die psychologische Dimension: wie jemand seine Persönlichkeit bewertet.
  3. Die intellektuelle Dimension: wie jemand seine Intelligenz einschätzt.
  4. Die Fähigkeitsdimension: wie jemand seine sozialen und technischen Fähigkeiten bewertet.
  5. Die moralische Dimension: wie jemand seine Werte und Prinzipien einschätzt.
  6. Die sexuelle Dimension: wie jemand meint, dass er in die männlichen und/oder weiblichen Normen der Gesellschaft passt.

Selbstbild vs. Fremdbild

Das Selbstbild entsteht durch Selbstwahrnehmung und bildet damit das Gegenstück zum Fremdbild, welches sich daraus ergibt, wie das Selbst von anderen Personen wahrgenommen wird. Eine Selbstreflexion kann dazu verhelfen, einen Abgleich zwischen Selbst- und Fremdbild durchzuführen.

Gesundes & positives Selbstbild – Vorteile

Ein gesundes & positives Selbstbild bedeutet, ein gutes Bild von sich selbst zu haben. Dieses kann sich folgendermaßen ausdrücken:

  • Sie halten sich für attraktiv und begehrenswert.
  • Sie glauben, dass sie intelligent sind.
  • Sie glauben, dass sie von Natur aus glücklich und gesund sind.
  • Sie glauben, dass sie Fortschritte auf dem Weg zu ihrer idealen Version von sich selbst machen oder ihr zumindest einigermaßen nahe sind.
  • Sie glauben, dass andere sie mit den positiven Eigenschaften, die sie an sich selbst sehen, wahrnehmen.
Selbstbild aufbauen
Positives Selbstbild aufbauen – 5 Tipps

Mit einem positiven Selbstbild erkennen wir unsere Vorzüge und Potenziale und sind gleichzeitig realistisch, was unsere Schwächen und Grenzen angeht.

Das Selbstbild ist wichtig, denn die Art und Weise, wie wir über uns selbst denken, beeinflusst, wie wir uns selbst fühlen und wie wir mit anderen und der Welt um uns herum interagieren. Ein positives Selbstbild kann unser körperliches, geistiges, soziales, emotionales und spirituelles Wohlbefinden steigern.

Gestörtes & negatives Selbstbild – Ursachen

Bei einem negativen Selbstbild konzentrieren wir uns auf unsere Fehler und Schwächen und verzerren Versagen und Unvollkommenheit. Es kann unsere Zufriedenheit und unsere Fähigkeit, in verschiedenen Lebensbereichen zu funktionieren, beeinträchtigen.

Ein negatives Selbstbild kann sich folgendermaßen bemerkbar machen:

  • Sie sehen sich selbst als unattraktiv und unerwünscht an.
  • Sie halten sich selbst für dumm oder unintelligent.
  • Sie glauben, dass sie unglücklich oder ungesund sind.
  • Sie glauben, dass sie nicht annähernd ihrem Idealbild entsprechen und dass sie nicht in der Lage sind, ihrem Idealbild näher zu kommen.
  • Sie glauben, dass andere sie als unzulänglich wahrnehmen

Das Selbstbild ist ein Produkt des Lernens. Frühkindliche Einflüsse, wie Eltern und Betreuer, haben einen großen Einfluss auf unser Selbstbild. Sie sind die Spiegel, die uns ein Bild von uns selbst wiedergeben. Unsere Erfahrungen mit anderen wie Lehrern, Freunden und der Familie tragen zu dem Bild bei. Beziehungen verstärken das, was wir über uns selbst denken und fühlen.

Das Bild, das wir im Spiegel sehen, kann ein echtes oder ein verzerrtes Bild dessen sein, was wir wirklich sind. Auf der Grundlage dieses Bildes entwickeln wir entweder ein positives oder ein negatives Selbstbild. Die Stärken und Schwächen, die wir angenommen haben, beeinflussen unser heutiges Handeln. Ein negatives Selbstbild kann durch Selbstmissbrauch, selbstschädigendes oder selbstzerstörerisches Verhalten verstärkt werden.

Wir nehmen ständig Informationen auf und bewerten uns selbst in verschiedenen Bereichen, wie z.B. körperliche Erscheinung (Wie sehe ich aus?), Leistung (Wie fähig bin ich?) und Beziehungen (Wie wichtig bin ich?). Eine starke Diskrepanz zwischen dem realen und dem idealen Selbst, was auch als Inkongruenz bezeichnet wird, kann ebenfalls zu Fehlanpassungen führen.

Während das reale Selbst die Person ist, die jemand glaubt, zu sein, ist das ideale Selbst ein idealisiertes Selbstbild, das sich aus dem zusammensetzt, was die Person aus ihren Lebenserfahrungen, den Anforderungen der Gesellschaft und dem, was sie an ihren Vorbildern bewundert, gelernt hat.

Gesundes Selbstbild: Übungen und Tipps

Das Selbstbild ist nicht dauerhaft festgelegt. Ein Teil unseres Selbstbildes ist dynamisch und verändert sich im Laufe des Lebens. Wir können lernen, ein gesünderes und positiveres Bild von uns selbst zu entwickeln und so die Verzerrungen infrage zu stellen. Ein gesundes Selbstbild beginnt damit, dass wir lernen, uns selbst zu akzeptieren und zu lieben. Es bedeutet auch, von anderen akzeptiert und geliebt zu werden.

Hier sind 9 Übungen und Tipps, um ein gesundes und positives Selbstbild aufzubauen:

  1. Erstellen Sie eine Liste mit Ihren positiven Eigenschaften. Wenn man aktiv nach dem Positiven in sich selbst sucht, wird es viel leichter, sich selbst in einem positiven Licht zu sehen. Nehmen Sie einen Stift und ein Blatt Papier und listen Sie 10 Eigenschaften auf, die Sie besitzen und Sie einzigartig machen. Diese Fähigkeiten können alles sein, was Sie gut können, z. B. Rollschuhlaufen, mit Excel-Tabellen arbeiten oder malen.
  2. Hinterfragen Sie Ihre Denkverzerrungen. Oft haben wir mit kognitiven Verzerrungen zu kämpfen, die unser Selbstwert und unseren Erfolg sabotieren. Deswegen ist es wichtig, seine Gedanken und Überzeugungen achtsam und unvoreingenommen zu beobachten. Sind sie förderlich oder eher destruktiv?
  3. Setzen Sie persönliche Ziele, die realistisch und messbar sind. Es ist für Ihr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein wichtig, Ihre Ziele in messbare Schritte zu formulieren, um Ihre Erfolge messen und feiern zu können. Erkennen Sie, wie weit Sie gekommen sind.
  4. Suchen und erforschen Sie die Auswirkungen von
    Etikettierungen aus der Kindheit. Ein Kind, das in der Schule aufgrund einer ungewöhnlichen psychischen Eigenschaft gemobbt wurde, kann ein Selbstbild der Unattraktivität entwickeln, das es bis ins Erwachsenenalter begleitet. Deswegen ist es wichtig, Stigmatisierungen aufzudecken und zu bekämpfen.
  5. Verzichten Sie darauf, sich mit anderen zu vergleichen. Manchmal kann sozialer Vergleich motivierend sein und uns verdeutlichen, was wir gerne erreichen möchten. Doch oft kann ein Aufwärtsvergleich auch dazu führen, dass wir unsere vermeintlichen „Unzulänglichkeiten“ und „Fehler“ deutlicher sehen und unsere Stärken eher übersehen. Vergleichen Sie sich stattdessen mit einer vergangenen Version von sich selbst und erkennen Sie, wie weit Sie gekommen sind.
  6. Entwickeln Sie Ihre Stärken. Sie kennen Ihre Stärken schon? Ob Sie nun ausgesprochen kreativ, sozial oder intelligent sind – vertiefen Sie diese Eigenschaft z.B. durch Zeichenkurse, Buchclubs, Intelligenztests etc. Wer seine Stärken kennt und sie häufig einsetzt, hat in der Regel in mehreren Bereichen mehr Erfolg. Sie fühlen sich glücklicher, haben ein besseres Selbstwertgefühl und erreichen eher ihre Ziele.
  7. Lernen Sie, sich selbst zu lieben. Das mag sehr einfach klingen, doch wer mit sich selbst im Reinen ist, erlaubt sich auch, seine Stärken und Fähigkeiten besser zu nutzen. Denn oft stehen uns unsere eigenen Selbstzweifel oder eigener Selbsthass im Weg, um unsere beste Version zu sein.
  8. Verwenden Sie positive Affirmationen. Wenn Sie Ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten täglich wie ein Mantra wiederholen, fangen Sie auch an, mehr daran zu glauben. Schreiben Sie 10 auf Sie zugeschnittene Affirmationen auf und verinnerlichen Sie sie regelmäßig, z.B. jeden Abend.
  9. Bitten Sie wichtige Personen, Ihre positiven Eigenschaften zu beschreiben. Fragen Sie nahestehende Personen (wie z.B. Ihre Familie, Freunde oder Arbeitskollegen), welche Dinge Sie gut machen und worin Ihre Stärken liegen. Diese Erkenntnisse können wie Balsam für die Seele sein.

Häufige gestellte Fragen



Was gehört alles zum Selbstbild?

Das Selbstbild bezieht sich darauf, wie Sie sich selbst sehen. Attribute wie körperliche Merkmale, Persönlichkeitsmerkmale und soziale Rollen spielen alle eine Rolle in Ihrem Selbstbild.


Wie erkenne ich mein Selbstbild?

Hier sind einige Tipps, um Ihr Selbstbild zu erkennen:
– Erstellen Sie eine Liste mit Ihren positiven Eigenschaften.
– Bitten Sie wichtige Personen, Ihre positiven Eigenschaften zu beschreiben.
– Definieren Sie persönliche Ziele, die realistisch und messbar sind.
– Hinterfragen Sie Denkverzerrungen.


Wie bildet sich das Selbstbild?

Das Selbstbild ist ein Produkt des Lernens. Frühkindliche Einflüsse, wie Eltern und Bezugspersonen, haben einen großen Einfluss auf unser Selbstbild. Sie sind Spiegel, die uns ein Bild von uns selbst zurückspiegeln. Unsere Erfahrungen mit anderen wie Lehrern, Freunden und der Familie tragen zu dem Bild im Spiegel bei.


Was ist ein realistisches Selbstbild?

Das realistische Selbstbild kann von anderen gesehen werden, aber da wir nicht wirklich wissen können, wie andere uns sehen, ist das reale Selbst unser Selbstbild. Das ideale Selbst hingegen ist das, wie wir sein wollen. Es ist ein idealisiertes Bild, das wir im Laufe der Zeit entwickelt haben, basierend auf dem, was wir gelernt und erlebt haben.

Abschlusswort von Mentalwohl

Unsere Kultur fördert oft die „ständige Selbstverbesserung„. Es scheint, nie genug zu sein, wie wir sind. Wir erhalten ständig die Botschaft, dass wir immer etwas tun oder kaufen können, um uns oder unser Leben besser zu machen.

Doch oft hilft es sich zurückzubesinnen und zu erkennen, was man bereits hat und wer man ist. Was macht mich zu der einzigartigen Person, die ich heute bin? Entgegen den bekannten Selbstzweifel-Stimmen sollten Sie sich das Folgende in das Bewusstsein rufen: Sie sind genug und Sie sind wertvoll.


Quellenverzeichnis

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