Haben Sie Verdacht, dass Sie (oder Ihr Kind) ADHS haben könnten? Dann sollten Sie den folgenden kostenlosen ADHS-Test machen. Dieser Onlinetest dient als Hilfestellung zur Annäherung der Frage, ob bei Ihnen ADHS vorliegt.
Hierbei werden die grundlegenden Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung erhoben, welche auf den Diagnosekriterien von dem DSM-5 basieren. Alle Daten, die mithilfe des Tests erhoben werden, bleiben selbstverständlich anonym und werden nicht an Dritte weitergegeben.
Falls Sie allerdings vor oder nach dem Test mehr zum Thema erfahren möchten, können Sie den vollständigen Artikel lesen.
Habe ich ADHS? – Selbsttest
Die Bearbeitungszeit beträgt etwa 5 Minuten. Nehmen Sie sich Zeit für die Fragen und antworten Sie wahrheitsgemäß, um die genauesten Ergebnisse zu erhalten.
Bedenken Sie: Ihre Ergebnisse stellen eine Hilfestellung dar, jedoch keine medizinische Diagnose. Für eine reliable Diagnose sollten Sie bitte einen Psychotherapeuten, Ihren Hausarzt oder einen Facharzt für Psychiatrie/Psychotherapie für eine gesicherte psychologische Abklärung aufsuchen.
Was ist ADHS?
Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS oder ADS) ist eine häufige neurologische Entwicklungsstörung, die sich darauf auswirken kann, wie Sie denken, Emotionen verarbeiten und auf Ihre Umgebung reagieren.
Obwohl diese Erkrankung häufig bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert wird, kann sie auch bei Erwachsenen vorliegen. Dabei hat nicht jeder die gleichen Symptome oder erlebt ADHS auf die gleiche Weise. So können ADHS-Symptome bei Kindern anders aussehen und sich anders anfühlen als bei Erwachsenen. Das Vorhandensein dieser Symptome bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass Sie oder Ihr Kind ADHS haben.
ADHS-Test bei Erwachsenen – Wie äußert sich ADHS bei Erwachsenen?
Die Diagnose von ADHS bei Erwachsenen ist komplexer, weil es einige Meinungsverschiedenheiten darüber gibt, ob die Liste der Symptome, die zur Diagnose von Kindern und Jugendlichen verwendet wird, auch für Erwachsene gilt. Schließlich ist die Liste sehr stark fürs Kindesalter konzipiert.
In einigen Fällen kann bei einem Erwachsenen ADHS diagnostiziert werden, wenn er 5 oder mehr der Symptome von Unaufmerksamkeit oder 5 oder mehr der Anzeichen von Hyperaktivität und Impulsivität aufweist, die in den Diagnosekriterien für Kinder mit ADHS aufgeführt sind.
Im Rahmen der Beurteilung wird der Facharzt nach Ihren aktuellen Symptomen fragen. Nach den aktuellen diagnostischen Richtlinien kann eine ADHS-Diagnose bei Erwachsenen jedoch nicht bestätigt werden, es sei denn, Ihre Symptome bestehen seit der Kindheit.
Wenn Sie Schwierigkeiten haben, sich daran zu erinnern, ob Sie als Kind Probleme hatten, möchte Ihr Arzt möglicherweise Ihre alten Schulunterlagen einsehen oder mit Ihren Eltern, Lehrern oder anderen Personen sprechen, die Sie als Kind gut kannten.
Damit ein Erwachsener mit ADHS diagnostiziert wird, sollten seine Symptome auch einen moderaten Einfluss auf verschiedene Bereiche seines Lebens haben, wie zum Beispiel:
- Leistungsschwäche bei der Arbeit oder in der Ausbildung
- Gefährliches (Auto) Fahren
- Schwierigkeiten, Freunde zu finden oder zu halten
- Schwierigkeiten in der Beziehung mit seinem Partner:in
Wenn Ihre Probleme neu sind und in der Vergangenheit nicht regelmäßig aufgetreten sind, gelten sie laut den aktuellen Diagnose-Kriterien nicht als ADHS. Denn derzeit geht man davon aus, dass sich ADHS nicht erst bei Erwachsenen entwickeln kann, wobei neue Verlaufsstudien auf andere Entwicklungsverläufe hinweisen.
Die Wender-Utah-Kriterien sind explizit für Erwachsene entwickelt worden und helfen zur klaren Einordnung der ADHS-Symptome im Erwachsenenalter.
ADHS: Frauen-Test – Symptomcheckliste
Die Aufmerksamkeitsdefizitstörung ist nicht geschlechtsspezifisch. ADHS-Symptome treten bei Mädchen fast so häufig auf wie bei Jungen. Darüber hinaus deuten einige wissenschaftliche Untersuchungen stark darauf hin, dass ADHS erblich ist. Das heißt, wenn Sie Mutter eines Kindes mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie es selbst auch haben.
Gemäß des DSM-5 können Anzeichen von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung in drei Untertypen fallen: überwiegend hyperaktiver, überwiegend unaufmerksamer und kombinierter Typ. Unaufmerksame ADHS-Symptome werden immer noch weitgehend missverstanden und von Fachärzten falsch diagnostiziert, die sie mit Stimmungsstörungen, Angstzuständen oder anderen verwandten Zuständen verwechseln. ADHS des überwiegend unaufmerksamen Types ist auch häufiger bei Mädchen und Frauen als bei Jungen und Männern. Dies ist Teil des Problems.
Deswegen sind hier 15 Fragen, die zur Erhebung von ADHS-Symptomen bei erwachsenen Frauen dienen:
- Fühlen Sie sich in Geschäften, im Büro oder auf Partys überfordert? Ist es Ihnen unmöglich, Geräusche und Ablenkungen auszublenden, die andere nicht stören?
- Haben Sie den Eindruck, dass Zeit, Geld oder „andere Dinge“ Ihr Leben beherrschen und Sie daran hindern, Ihre Ziele zu erreichen?
- Verbringen Sie die meiste Zeit damit, zurechtzukommen, nach Dingen zu suchen, aufzuholen oder zu vertuschen? Meiden Sie deswegen Menschen?
- Haben Sie aufgehört, Leute zu Ihnen nach Hause zu bringen, weil Sie sich für das Durcheinander schämen?
- Haben Sie Probleme, Ihre Finanzen zu managen?
- Haben Sie oft das Gefühl, dass das Leben außer Kontrolle gerät und Sie den Anforderungen nicht gerecht werden können?
- Fühlen Sie sich immer an einem Ende eines deregulierten Aktivitätsspektrums – entweder ein Stubenhocker oder ein Tornado?
- Haben Sie das Gefühl, dass Sie bessere Ideen haben als andere Menschen, aber nicht in der Lage sind, sie zu organisieren oder darauf zu reagieren?
- Beginnen Sie jeden Tag mit der Absicht, sich zu organisieren, wobei Sie am Ende des Tages diesem Vorhaben nicht nachkommen konnten?
- Haben Sie beobachtet, wie andere mit gleicher Intelligenz und Bildung an Ihnen vorbeigingen?
- Verzweifeln Sie daran, jemals Ihr Potenzial auszuschöpfen und Ihre Ziele zu erreichen?
- Wurden Sie jemals als egoistisch angesehen, weil Sie keine Dankesschreiben schreiben oder Geburtstagskarten verschicken?
- Wundern Sie sich, wie andere es schaffen, ein beständiges, geregeltes Leben zu führen?
- Werden Sie als „ein Chaot“ oder „Tagträumer“ bezeichnet?
- Nutzen Sie Ihre meiste Zeit und Energie damit, sich zurechtzufinden, organisiert und strukturiert zu bleiben, sodass keine Zeit für Spaß oder Entspannung übrig bleibt?
ADHS: Diagnose
In Bezug auf die Diagnoseerhebung von ADHS sind laut den Diagnosekriterien des DSM-IV und ICD-10 (F90.0 unter hyperkinetische Störungen) neben den Kernsymptomen 1. Aufmerksamkeitsstörung und 2. Impulsivität / motorische Hyperaktivität weitere Aspekte zu berücksichtigen:
- Mindestens 6 Symptome aus dem Bereich Unaufmerksamkeit oder Hyperaktivität / Impulsivität oder jeweils mindestens 6 Symptome aus beiden Bereichen (wenn Diagnose im Erwachsenenalter stattfindet, reichen meist schon 5 Symptome aus)
- Einige der Symptome müssen bereits vor dem 12. Lebensjahr (laut dem ICD-10 vor dem 7. Lebensjahr) vorgelegen haben
- Aufgrund der Symptomatik liegen Beeinträchtigungen in mindestens zwei Lebensbereichen vor.
- Symptome sind nicht durch eine andere psychische Störung oder eine medizinische Erkrankung erklärbar
- Die Symptome müssen bereits mindestens 6 Monate vorliegen.
Zur Diagnose von ADHS werden klinische Interviews verwendet wie
- K- SADS-PL. Fragebogenverfahren zur Selbst- und Fremdbeurteilung (z. B. Conners Fragebögen für Eltern, Lehrer und Schüler oder Continuous Performance Tasks (CPT) von Knye und Kollegen) erheben computerbasiert Aufmerksamkeit und Impulsivität.
- QbTech AB. Der Quantified Behavior Test erfasst außerdem zum CPT die Bewegung mithilfe einer Infrarotkamera und kann so die Kernsymptome objektiv messen.
ADHS: Diagnose – Änderungen im ICD-11
Infobox
Diese neue Version des ICD-11 umfasste mehrere Änderungen an den aufgelisteten psychischen Störungen. Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), welche zuvor unter den hyperkinetischen Störungen zu finden war, wurde schließlich in die ICD-11 aufgenommen.
Angesichts der Tatsache, dass diese Diagnose hauptsächlich in den Vereinigten Staaten mithilfe des DSM-5 gestellt wurde, ist dies eine signifikante Änderung, die sich auf die Raten von ADHS-Diagnosen weltweit auswirken kann.
Häufig gestellte Fragen
Kann man ADHS im MRT sehen?
Leider, nein. Keine Bildgebende Verfahren des Gehirns – MRT, Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie (kurz SPECT) oder andere – können die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS oder ADS) genau diagnostizieren.
Aus Forschungssicht sind Gehirnscans – insbesondere Gehirn-MRTs – jedoch sehr wichtig, um uns dabei zu helfen, über gleichzeitig auftretende Erkrankungen nachzudenken. Wir lernen hierdurch die Gehirnsysteme und Verschaltungen besser kennen und verstehen. Diese Gehirnsysteme haben keine 1:1-Beziehungen zur psychiatrischen Diagnose, sondern können verschiedenen Bedingungen unterliegen.
Auch bestimmte Leistungstests können hilfreich sein, um dem diagnostizierenden Facharzt:in zusätzliche Informationen zu geben, aber sie sollten nicht isoliert betrachtet und nicht zur alleinigen Diagnose von ADHS verwendet werden.
In welchem Alter zeigt sich ADHS?
ADHS kann bereits im Alter von vier Jahren diagnostiziert werden. Um zwischen vier und 16 Jahren diagnostiziert zu werden, muss ein Kind sechs oder mehr Symptome für mehr als sechs Monate zeigen, wobei die meisten Anzeichen vor dem 12. Lebensjahr auftreten.
Kinder mit schwererem ADHS werden normalerweise im Alter von etwa 5 Jahren diagnostiziert. Diejenigen mit leichten Fällen werden normalerweise im Alter von etwa 8 Jahren gefunden.
Überblick: ADHS
- Was ist ADHS?
- Symptome und Anzeichen von ADHS
- Medikamente und sonstige Behandlungsformen bei ADHS
- Ursachen und Risikofaktoren von ADHS
Quellenverzeichnis
- American Psychiatric Association. (2013). Diagnostic and statistical manual of mental disorders (DSM-5®). American Psychiatric Pub.
- Ward, M. F. (1993). The Wender Utah Rating Scale: an aid in the retrospective diagnosis of childhood attention deficit hyperactivity disorder. American journal of Psychiatry, 150, 885-885.
- Conners, C. K. (2008). Conners 3. North Tonawanda, NJ: MHS.
- Knye, M., Roth, N., Westhus, W., & Heine, A. (1996). CPT–Continuous Performance Test. Göttingen, Germany: Hogrefe.
- Bijlenga, D., Ulberstad, F., Thorell, L. B., Christiansen, H., Hirsch, O., & Kooij, J. S. (2019). Objective assessment of attention‐deficit/hyperactivity disorder in older adults compared with controls using the QbTest. International Journal of Geriatric Psychiatry, 34(10), 1526-1533.